»Nein hat sie gesagt; das versteht doch jeder!« rief Veit. Das Lachen der Geschwister ärgerte ihn, und er bat: »Sag, Schnupperle, kennst du mich?«

»Mmmäh!« Die Ziege glotzte ihren kleinen Herrn dumm an, aber der erklärte stolz: »Jetzt hat sie ›ja‹ gesagt.«

»Ich will sie auch was fragen,« sagte Alette eifrig. Sie trat neben die Ziege und bat: »Sag mir, wie du heißt.«

»Mmmäh!« Schnupperle hielt den Kopf schief und schielte Alette von der Seite an. Ob der Ziege das seidene Kleid so gut gefiel, oder ob sie dem Gast besondere Höflichkeit erweisen wollte, verriet sie nicht, aber sie sprang urplötzlich auf Alette zu. Die verlor das Gleichgewicht und purzelte in das Stroh hinein, das auf dem Boden lag.

»Pfui, aber pfui, Schnupperle!« schalt Trinle. »Du bist dumm; Alette hat doch ein seidenes Kleidle an!« Ängstlich half sie der Freundin empor und strich ihr das Kleid zurecht. »So ein dummes Schnupperle!«

Alette sah etwas erschrocken aus, aber sie weinte nicht. Damit erntete sie Veits Anerkennung. Der sagte: »Na, wenigstens flennst du net gleich! Schnupperle wollte dir nämlich nur guten Tag sagen, so nett ist das Tierle – uff!«

Patsch, lag Veit im Stroh, und das liebenswürdige Schnupperle sah aus, als wolle es dies sonderbare Spiel mit allen seinen Besuchern fortsetzen.

Die hatten keine Lust dazu, und da die Kaninchen sich in allen Winkeln verkrochen hatten, schlug Steffen vor: »Wir gehen ins Räuberschlößle, das ist am allerfeinsten.«

»Räuberschlößle!« Alette riß ihre Augen weit auf. Das klang wie finsterer Wald, wie Schreck und Grauen, klang gar nicht verlockend. Doch die vier Geschwister erzählten alle auf einmal, ungeheuer schön sei's und gar nicht graulich.

»Es sind nur manchmal 'n paar Mäusle drin, sonst nichts,« versicherte Veit, und Steffen erzählte: »Herr Baldan sagt: es geistert, aber der will uns nur schrecken.«