»Storch, Storch, Steiner,
Mit den langen Beiner,
Flieg mir in das Bäckerhaus,
Hol mir einen Weck heraus.
Ist der Storch nicht ein schönes Tier,
Hat 'nen langen Schnabel und säuft kein Bier?«

Alette Amhag hatte noch nie einen Storch gesehen, sie hatte noch nie mit Gesang einen Vogel begrüßt und sich so auf den Frühling gefreut, wie es die Grills taten.

Die zeigten ihr das runde Nest auf einem spitzgegiebelten Haus und erzählten ihr von kommenden Sonnentagen, von ihren Gartenspielen und den Festen, denn alle vier waren Sommerkinder und feierten darum so viele Sommerfeste.

Über dem Schwatzen vergaßen alle ein wenig die Zeit. Plötzlich duckte sich Veit und sagte rasch: »Kauert euch zusammen, unten geht Herr Baldan.«

Der Provisor konnte das Räuberschlößle nicht leiden. Er sagte immer, es sei zu baufällig, behauptete, es könnte einfallen, und wenn er darum die Kinder drinnen traf, schalt er und trieb sie hinaus.

Denen gefiel das nicht. Sie huschelten sich geschwinde zusammen, und Veit legte sich platt auf den Boden, um ein wenig hinabsehen zu können. Trinle vertraute Alette flüsternd an, warum sie sich vor Herrn Baldan versteckten, bis Veit ihr zuraunte: »Still doch, er kommt!«

Unten knarrte die Türe, und der Eintretende brummte: »Schon wieder nicht verschlossen!« Herr Baldan hatte die Eigenschaft, laut mit sich selbst zu reden, zumal wenn er sich über irgend etwas oder irgend jemand geärgert hatte. Da dies oft vorkam, mußte er viel mit sich reden. Dazu suchte er gern das Räuberschlößle auf und ärgerte sich, wenn er die Kinder darin fand.

An diesem Tage galt sein Groll noch immer Herrn Häferlein, und da er um diese Stunde gerade wenig zu tun hatte, suchte er das Gartenhaus auf und schritt nun in dem kleinen Raum aufgeregt hin und her. »Herr Häferlein, das war nicht nett von Ihnen,« schrie er plötzlich, und die Kinder im Turmstübchen erschraken.