War denn Herr Häferlein unten? Veit tuschelte: »Der ist gar net da!«

»Nein, freundschaftlich war das nicht, Herr Häferlein, auf so ein dummes Kindergeschwätz hin mich gleich anzuschreien. Kasperle ist doch ein Dummkopf!« schalt Herr Baldan.

Kasperle riß Mund und Augen auf, und Trinle legte rasch ihre Hand auf seinen Plappermund. »Still, still!« flüsterte sie.

»Es ist freilich schrecklich, daß so ein unvernünftiges Tier August heißt, man muß sich ja ärgern, ja ärgern!« Herrn Baldans Stimme schwoll an: »Ich werde den Affen umbringen, jawohl, umbringen!«

Alette, die mit ängstlichen Augen zuhörte, bekam gleich zwei Hände auf den Mund. Trinle und Steffen machten gleichzeitig »pst, pst«.

»Sind Mäuse hier?« rief Herr Baldan unten und rasselte mit einem Stuhl.

Die Kinder, die wohl wußten, daß der gute Herr Baldan ein wenig furchtsam war, unterdrückten ein Kichern, und dabei entrutschte dem Kasperle sein Murmelsäckchen, das er zu Lust und Zeitvertreib immer mit sich herumtrug. Es ging auf, und gerade als unten Herr Baldan vorwurfsvoll rief: »Sie sind schuld, Herr Häferlein,« rollerten und kollerten alle grauen, blauen, roten und grünen Murmeln über den Boden der Turmstube dahin, und etliche hopsten und sprangen mit viel Getöse die Treppe hinab.

Herr Baldan meinte nicht anders, als der ganze Turm fiele zusammen. Vielleicht, ja vielleicht waren es auch wirklich Ratten, Mäuse oder sonst unheimliche Wesen! Herr Baldan sah nicht erst nach, Herr Baldan riß aus. Rutsch, war er draußen, warf die Türe zu, schloß auch noch den Schlüssel herum, und Veit, der an eins der Fenster gesprungen war, rief: »Er rennt weg!«

»Er holt jemand,« sagte Steffen bedächtig, »kommt fix raus.«

»Meine Murmeln!« klagte Kasperle, und Trinle bückte sich rasch, hob auf, so viel sie erwischen konnte, und versprach: »Wir suchen die andern morgen.«