Zum Unglück kam just Laura, um Alette abzuholen, und als sie die letzten Tränen sah, – denn Alette wollte gerade lachen – erhob sie ein lautes Klagegeschrei. »Was haben sie dir getan, mein Zuckerlämmchen?« jammerte sie.

»Sei doch still,« flehte Alette erschrocken, »wir waren doch nur im Räuberschlößle!«

»Wo?« kreischte Laura entsetzt, »wo haben sie dich hingeführt?«

»Alette ist nur zum Fensterle rausgesprungen,« erzählte Kasperle.

»Ja, weil Herr Baldan kam,« erklärte Trinle, »da mußten wir flüchten.«

»Um des Himmels willen!« Laura schlug die Hände zusammen; sie hatte keine Ahnung, wer Herr Baldan war. Der Gedanke, Alette habe flüchten müssen, und der Name Räuberschlößle brachten sie in die größte Aufregung.

Den Kindern war das Geschrei sehr unangenehm; wenn es drinnen im Hause gehört wurde, wenn es gar Herr Baldan …

»Da kommt Herr Baldan,« rief Kasperle, und Steffen, der immer sehr dafür war, geheimnisvoll zu flüchten, zu tun, als wären Indianer im Anzug, tuschelte erschrocken: »Fliehen, wir müssen fliehen!«

»Alle guten Geister,« stöhnte Laura, »das ist ja gräßlich! Wer überfällt uns denn?«

»Schnell, schnell,« drängten die Buben, »er kommt!« Sie schoben Laura; Trinle, Alette und Kasperle zogen, Steffen befahl: »In den Stall!« In rasender Eile ging es durch den Garten auf den Hof, und Laura befand sich auf einmal in einem Kaninchenstall, und Schnupperle begrüßte die Gesellschaft mit lautem »Mäh!«