»Eine Tür!« Veit war, unbekümmert darum, ob die andern sehen konnten, mit seinem Lämpchen vorausgelaufen und beleuchtete eine Tür, die den Keller nach irgendwohin abschloß.

Was lag dahinter? Eine Schatzkammer, verborgene, vergessene Herrlichkeiten? »Wir müssen die Tür aufkriegen,« rief Veit und rüttelte und rappelte an dem alten Holzpförtlein herum. »Auf, auf, auf, Schatzkammer, öffne dich!« dachte er.

»Mit einem Beil einschlagen,« riet Steffen kühn. »Aber was ist denn da los?«

Von oben herab tönte zitterndes Angstgeschrei. Alette und Kasperle hatten das Dröhnen gehört; sie kauerten am Treppchen und jammerten entsetzlich, sie meinten, denen unten sei etwas geschehen. »Furchthasen,« schalt Veit grollend und brüllte: »Kommt runter, hier ist's fein, wir finden was, kommt nur!«

»Kommt,« rief auch Trinle zaghaft.

Da wurden die oben still. Hinunter wagten sie sich nicht, aber sie lauschten nun doch etwas beruhigter hinab. Nur merkwürdig war es, denen unten schien das Schreien fortzutönen, jämmerlich klang es, bis es allmählich verhallte. »Ein Echo,« sagte Steffen und hieb mit aller Macht gegen die Türe.

»Wenn wir nur einen Schlüssel hätten!« brummte Veit und rüttelte an dem verrosteten Schloß herum. Das knarrte, wackelte, und auf einmal sprang die Türe mit einem lauten Krach auf, und die drei Entdecker blickten in einen mit Fässern und Kisten gefüllten Keller, der gar nicht sehr unheimlich aussah, sondern recht sauber und ordentlich.

Die drei waren plötzlich ganz still geworden. Was war da? Wo waren sie hingelangt? Waren hier nun wirklich vergessene Reichtümer aufgestapelt?

Oben hatten Alette und Kasperle den Krach gehört, mit dem die Türe aufgesprungen war. Trinles Schrei dabei war der letzte Laut gewesen, dann wurde unten alles still, und auf Alettes bebendes Rufen kam keine Antwort. Da packte die beiden eine jämmerliche Angst, und alle beide rannten klagend zum Gartenhäuschen hinaus und schrieen draußen voll Angst nach Frau Tippelmann.