Da nahm sich Laura zusammen und folgte der Frau und den verweinten Kindern nach dem Gartenhaus. Was dort eigentlich geschehen, wußten aber weder Alette noch Kasperle zu sagen; nur von einem Kellerloch und einer Treppe erzählten sie schluchzend, und Frau Tippelmann lief immer schneller. Die Angst trieb sie vorwärts.
Von all dem Lärm und aller Angst merkten die drei kühnen Entdecker in ihrem Schatzkeller nichts. Die berieten noch immer, was sie tun sollten, in dem gefüllten Keller weitergehen oder doch lieber umkehren und Frau Tippelmann von dem geheimnisvollen Fund erzählen. Gerade hatten sie sich für dies letztere entschieden, als hinter ihnen Frau Tippelmann mit Laura auftauchte.
»Na nu – was ist denn das?« Frau Tippelmann sah verdutzt auf die drei Kinder, die ganz unversehrt zwischen Kisten und Fässern standen, aber offenbar auch nicht recht wußten, was sie sagen sollten.
Ehe sie noch erzählen konnten, wie sie hier hereingekommen, klirrte das irgendwo, eine Tür sprang auf, Lichtschimmer fiel herein, und jemand rief: »Da sind sie noch – herrje, Frau Tippelmann, Sie hier?«
»Herrje, Herr Häferlein, Sie sind's?«
»Du meine Güte, wie kommen denn Sie in meinen Keller?«
»Na, nun schlägt's dreizehn, das sind ja unsere Kinder!« schrie der Provisor dazwischen.
Der Schutzmann grinste. »Die Diebe scheinen Ihnen ja bekannt zu sein, Herr Häferlein,« sagte er. »Nein, so etwas! Frau Tippelmann, Sie hätte ich aber net in Ihres Nachbars Keller vermutet!«
»Du lieber Himmel,« rief Frau Tippelmann entrüstet, »nun werde ich wohl gar noch als Einbrecherin angesehen! Aber so etwas kommt von so etwas, und Jugend ohne Hut tut selten gut, man hätte aufpassen sollen.«
Fräulein Laura wurde verlegen; sie fühlte es wohl, der Vorwurf galt ihr, und berechtigt war er auch. Aber eine Antwort brauchte sie nicht zu geben. Herr Häferlein schaute sich um und fragte: »Wissen möchte ich aber doch, wie Sie in meinen Keller hineingekommen sind, Frau Nachbarin!«