Da mußte Gundel erzählen, und Trinle fragte und fragte. Die Zeit verging, die beiden spürten keinen Hunger, merkten nicht, wie sich Minute zu Minute reihte, und schraken dann heftig auf, als in der Linde die Tischglocke ertönte.

O je, schon Essenszeit! Und Trinle hatte ihre Bücher noch nicht fortgelegt, noch nicht ihr Haar gekämmt und ihre Hände gewaschen. Da mußte es einen schnellen Abschied geben. »Leb wohl, leb wohl, auf Wiedersehen!«

»Ja, auf Wiedersehen, morgen!«

»Nein, heute auf dem Gäßle!«

Gundel hinkte eilig zum Hause hinaus. Trinle raste die Treppe hinauf, husch, husch! die Hände gewaschen, und husch, husch! wieder hinab ins Speisezimmer.

Sie war die Letzte, die kam, und die Mutter sah sie fragend an: »So in Eile? Mit wem hast du denn so lange im Hausflur gesessen?«

»Mit – mit meiner Freundin.« Trinle wurde rot. Was würden die Brüder sagen zu dieser Freundschaft! Aber sie überwand ihre Verlegenheit und sagte rasch: »Mit Hinkegundele – die ist jetzt meine Freundin.«

»Hallo, die Schwester von den Sternbübles, eine feine Freundschaft!«

»Ruhe bei Tisch!« Der Vater sah die Buben strafend an. »Was soll dies Geschrei, schämt euch doch!«

Veit und Steffen wollten sich verteidigen, und sie begannen bitterböse auf die Sternbübles zu schelten. Mit deren Schwester dürfte Trinle nicht verkehren.