Die letzten Worte sagte Frau Tippelmann mit einem tiefen Seufzer, denn noch immer zeigte Alette keine Teilnahme für irgend etwas. Sie lag meist mit geschlossenen Augen da, nichts freute sie, und selten, ach, sehr selten sprach sie einmal. »Viele Grüße für Alette,« riefen die Kinder, »wir besuchen sie bald, sobald wir dürfen.« Dann rannten sie, so schnell Gundel vorwärts kam, weiter. Frau Tippelmann ging in das Haus und betrat innen Alettes Zimmer. Beim Anblick des blassen, stillen Kindes tat ihr das Herz wieder weh, und Laura sah ihr auch kummervoll entgegen. »Sie hat die ganze Zeit, während Sie fort waren, kein Wort gesprochen,« klagte sie traurig. »Wenn ich nur wüßte, was ihr Freude macht!«
Frau Tippelmann trat an Alettes Bett, beugte sich über die Kleine und erzählte der, so heiter sie es vermochte: »Die Sternbübles haben sich nun mit deinen Freunden aus der Linde ausgesöhnt; soll ich dir erzählen, wie das kam?«
»Ja,« flüsterte Alette und schlug die Augen auf, »wo sind sie denn?«
»Spazierengelaufen.« Frau Tippelmann rückte sich einen Stuhl zurecht und erzählte die Geschichte von den zerrissenen und wieder geflickten Hösles, und daß nun die Grills mit den Sternkindern Freundschaft geschlossen hätten. Und zum erstenmal lächelte Alette ein wenig, und als Frau Tippelmann schloß: »Sie wollen dich alle gern besuchen,« fragte sie rasch: »Dürfen sie?«
»Freilich, sobald du nur erst ein bißchen gesünder bist, dürfen sie kommen, sooft du sie haben willst!«
»Alle – auch die Sternbübles?«
»Gewiß doch, alle, und die Sternbübles erst recht, und Gundele dazu, und wenn du erst wieder gesund bist, gehst du mit Trinle in die Schule.«
»In die Schule!« Alette richtete sich plötzlich auf, und ihre Augen strahlten. »Dann darf ich doch hier bleiben?« fragte sie atemlos.
»Freilich, solange du willst! Nur dein Vater darf dich holen, niemand sonst. Aber Kind, Herzenskind, um Gotteswillen, was hast du?«