Fremder wurde die Gegend, den Spiegel des Sees sah er nicht mehr glitzern. Das weiße Schloß des Herrn von Leninski grüßte durch die grünen Bäume nicht mehr hindurch, weiter, immer weiter führte sein Weg, aus der Heimat fort in die große, fremde Welt hinein, einer mehr unter den Tausenden, die über Trümmer dahingehen.
Kalter, rauher Herbsttag war es, da brauste der Sturm über das kurische Haff und erfaßte den kleinen Ewer, dessen Besatzung tapfer versuchte, des wilden Elementes Herr zu werden.
Eine Weile trieb er ihn hin und her, um plötzlich des Spieles müde, das Fahrzeug mit kräftigem Stoß, wie eine Nußschale herumzuwirbeln.
Ein Gurgeln, vereinzelte Hilferufe, die in dem Tosen des Sturmes verhallten; auf dem Wasser schwammen Bretter, zerbrochene Mastbäume, hin und wieder tauchte ein bleiches Menschengesicht auf, ein Arm, der versuchte, eine rettende Planke zu erfassen. Aber die Wellen bäumten sich auf, schlugen über den kämpfenden, schwachen Menschen zusammen, und der Sturm tobte weiter, wild und übermütig. —
An einer Bucht des kurischen Haffes lag klein, weltfern und weltfremd ein Dörfchen im Sande, dessen Bewohner an jenem stürmischen Herbsttage bang auf die erregte See schauten. Da rief eine helle Mädchenstimme:
»Ein Mensch, seht doch ein Mensch!«
Eine Welle warf ihn hin und her wie eine Feder.
»Vater Abraham hilf doch!« Das Mädchen, fast noch ein Kind, hob die braunen Augen flehend zu einem alten Manne empor.
Dieser nickte nur stumm, wenige kurze Worte und drei Männer bestiegen ein kleines Fahrzeug.