»Mit Gott,« sagten sie und dann begann der Kampf mit dem Meere, ihm sein Opfer zu entreißen.

Atemlose Spannung, stille, angstvolle Gebete und dann ein Jubelschrei aus allen Kehlen. Triefend, aber mit stolzem, festen Schritt kamen die Männer ans Land, einen in ihren Armen, der bleich und still war.

»Eile, Tabea, rüste ein Bett im Hause, so Gott dem Fremdling das Leben läßt, soll er Pflege bei uns finden.«

Das Mädchen eilte davon, und bald lag der Gerettete in den bunten Kissen des großen Federbettes in der Staatsstube des Fischerhauses und Vater Abraham hob dankend die Augen zum Himmel auf.

»Er lebt!« —

An dem Herd in der Küche, von der Glut des Feuers rosig angehaucht, stand Tabea und ihre Lippen sprachen auch ein dankbares: »Er lebt, er lebt!«

Wohl lebte der Fremdling, den der Sturm in das stille Haus in dem Dorfe auf dem Sande verschlagen hatte, er lebte, aber hitziges Fieber durchtobte den jungen Körper und Wochen vergingen, ehe Vater Abraham sagen konnte:

»Er lebt! und so Gott will, wird er gesund am Leib und der Herr gebe, daß auch die Seele gesunde, denn die Fieberträume haben mir verraten, wie krank diese arme, junge Seele ist.« — —

Schon durchwirbelte weißer Schnee die Luft, Wälle von Schnee türmten sich wie eine Mauer um das Dorf auf dem Sande und das Brausen des Meeres klang dumpf und drohend, als wolle es den Winter warnen, den Kampf mit ihm aufzunehmen.