Schweren Herzens begann Maria ihre Arbeit, aus allen Räumen trug sie etwas zusammen, bis sie endlich ihr Werk wehmütig betrachtend inne hielt. »Stückwerk außen wie innen! ach Gott, wie müssen die Menschen glücklich sein, die in geordneten Verhältnissen leben!« —
»Maria bist Du oben?« unterbrach die helle Stimme der Schwester ihre Gedanken.
»Was giebt es, Kasia?« Leichtfüßig kam diese schon die Treppe herauf.
»Marinka, mein Seelchen!« rief sie aus, »reizend ist das Zimmer! Ach, denke Dir nur, wie lieb von Mama, sie will mit uns nach der Stadt fahren und uns neue Toiletten kaufen. Einen Ball will sie auch geben, während Jusia da ist, endlich einmal etwas Abwechslung!«
»Aber Kasia!« Erschrocken sieht Maria die Schwester an. »Solche Ausgaben sind doch unmöglich, Papa hat ohnehin so viel Sorgen. Die Ernte ist dieses Jahr durchaus nicht gut, dazu das Unglück im Frühjahr mit den Kühen und Wladzin hat gestern auch wieder um Geld geschrieben. Nein, diese Ausgaben darf Mama nicht machen.«
»Du bist eine unerträgliche Pedantin, keine Freude gönnst Du uns, nur sparen, nur sparen, und Mama hat ganz recht, wenn sie sagt, Du seist verbauert.«
Das reizende Gesicht Kasias war durch Zorn entstellt, die Thränen stürzten ihr aus den Augen und zitternd vor Wut trat sie mit den zierlichen Füßen auf den Boden.
»Was wohl dabei ist!« schrie sie. »Was wird das groß kosten? Der Jude giebt Papa schon Geld!«
»Kasia!«