»Fort ist sie seit drei Tagen, das Aufgebot wollten wir bestellen, nun ist sie fort, Du hast ihr geholfen, gesteh' es nur, sie ist immer zu Euren Betereien, zu Eurem Ketzerspuk im Walde gerannt, gieb sie raus, Schurke, oder wehe Dir!«
Michael erinnerte sich dunkel an ein blasses, verschüchtertes Mädchen, das Benjamin mit Valevka angeredet, er hatte sie kaum beachtet.
»Ich weiß es nicht, wo sie ist, willst Du sonst noch etwas? Sonst gieb den Weg frei!«
Einen Augenblick imponierte dem Burschen die Festigkeit sichtlich, er trat zurück, seine angeborene Unterwürfigkeit, die vor dem Herrn sich beugt, kam hervor; da rief eine keifende, höhnende Stimme aus der Menge:
»Seht doch den Woicech, wie ihm der Mut alle wird, seht doch, und wie er erst geprahlt hat!«
Ein heiserer Schrei rang sich über die Lippen des Trunkenen, mit schwankendem Gang, mit starrem Blick kam er wieder näher an Michael heran, der Branntweinduft schlug diesem entgegen und die Erinnerung erfaßte ihn, er sah die wüste Scene vor sich, in der Nacht, da sein Pflegevater starb, ein Schauer überrieselte ihn und er streckte unwillkürlich die Hand aus, den Betrunkenen abzuwehren.
Die anderen Burschen, auch einige Weiber, waren näher herangetreten, um zu sehen, wie der Woicech mit dem Ketzer umspringen würde; als Michael den Betrunkenen abwehren wollte, ging ein Schrei der Entrüstung durch ihre Reihen.
»Woicech, er will Dich schlagen, lass' es Dir nicht gefallen,« brüllten sie.