– Nein... niemals! rief Findling, den es immer empörte, wenn jemand von ihm sagte oder andeutete, daß er früher gebettelt habe.
– Warum gabst Du dem Kinde ein Almosen?
– Es sah mich so bittend an... ich sah es auch an...
– Und ich verbiete Dir, Kinder, die sich auf der Straße herumtreiben, anzusehen. Merk' Dir das!«
Findling mußte wohl gehorchen, so weh es ihm auch that.
Sah er sich also darauf beschränkt, das Mitleid, das er für arme Kinder fühlte, in sich zu verschließen, ohne die kleine Gabe eines Coppers wagen zu dürfen, so kam doch einmal die Gelegenheit, wo er die Bewegung seines Innern nicht mehr bemeistern konnte.
Es war am 3. September. Der Graf Ashton hatte zu seiner Fahrt nach Kanturk den Dog-cart bestellt. Findling begleitete ihn wie gewöhnlich, Rücken an Rücken mit dem Herrn sitzend, der ihm befahl, sich mit gekreuzten Armen ganz bewegungslos zu halten.
Der Wagen erreichte die Ortschaft ohne Zwischenfall. Hier lobten die Müßiggänger auf den Straßen die stolze Haltung des schäumenden Rosses, während der junge Piborne die besten Läden des Ortes besuchte. Sein Groom hielt einstweilen, am Kopfe des Thieres stehend, das muthige Pferd, das er zum Jubel der Gassenjungen, die den kleinen, reichaufgeputzten Diener beneideten, kaum zu bändigen vermochte.
Gegen drei Uhr und nachdem er sich überall umgesehen, schlug Lord Ashton den Weg nach Trelingar-castle wieder ein, fuhr aber recht langsam dahin. Auf der Straße schwärmte die gewöhnliche Rotte kleiner Bettler umher. Ermuthigt durch die langsame Bewegung des Dog-cart, wollte sie sich näher an diesen herandrängen; das Schwirren der Peitsche hielt sie jedoch in gemessener Entfernung und sie blieben endlich zurück.
Nur ein einziger hielt weiter aus. Es war das ein geweckter Knabe von sieben Jahren, dem die irische Fröhlichkeit aus dem Gesicht lachte. Trotz der gemäßigten Gangart des Pferdes mußte er rennen, um sich an der Seite des Wagens zu halten. Schon waren seine kleinen Füße an den Steinen des Wegs wund geworden; trotzdem trabte er, ohne Furcht vor der Peitsche, weiter mit. Dabei hielt er einen Heidelbeerzweig in der Hand, den er gegen ein Almosen anbot.