„Und diese zwei Herren gingen fort?“

„Allerdings — — jedoch soll Edmund sehr ungehalten gewesen sein, nicht vorgelassen zu werden; nun Du kennst die Weise des Tollkopfes!“ entgegnete sie.

„Er wird es nicht allein gewesen sein, der ungehalten war;“ meinte der Ehemann bei sich: „vielleicht war Edmund nichts weiter, als das Echo seines Freundes — — das Organ, welches der innern Stimme Marsans Worte lieh.“ Und laut setzte er hinzu: „Diese beiden Herren besuchen uns in der That sehr fleißig.“

„Findest Du das? — Ich habe daran noch gar nicht gedacht. Ja in der That, Du hast Recht: sie waren in der letzten Woche mehrmals bei uns.“

„Sie waren“ verbesserte er: „alle Tage bei uns.“

„Nun ja, gewiß, gewiß. — Aber was liegt daran? Reden wir von andern Dingen, mein Freund...“

„Und warum nicht von diesen — meine Freundin?“

„Wie? scheinen diese Dir von so großer Wichtigkeit?“ fragte sie und sah ihn dabei an.

„Eine solche Frage“ meinte er bei sich: „hätte ich eher an sie stellen sollen — — indeß nicht als Frage — sondern als — Anklage. — O bei Gott, diese Heuchlerin ist in ihrer Kunst erfahrener als ich glaubte. — Ach, ach, ein so junges Wesen und doch schon so verderbt! — Aber liegt so Etwas nicht im Blute? — Und ist es von ihr nicht bekannt, ja von ihrem ganzen Stamme — daß sie insgesammt leichtsinnige, thörichte, eitle und gefallsüchtige Menschen sind? — Schlecht jedoch... ist nur diese da! Von ihren Verwandten habe ich noch niemals gehört, daß sie ein böses Herz besäßen.“