„O nein, nein!“ rief er mit leidenschaftlichem Feuer aus, das sich in seinem ganzen Wesen verbreitet zu haben schien.

„Herz meines Herzens! Seele meiner Seele! —“ lispelte sie, sich innigst an ihn schmiegend —: „O!“ seufzte sie: „möchte ich doch mein ganzes Leben in diese holdselige Stunde bergen — oder möchte ich dieselbe zur Dauer meines ganzen Lebens ausdehnen können. — Niemals, niemals noch war ich so glücklich!“


Zwölftes Kapitel.
Die Beweise der Untreue.

Die Nacht mit ihren dunkelsten Fittigen umfing die Schläfer und ließ sie ein kurzes Vergessen ihres Daseins finden. Bald aber erschienen die Genien der Träume und flatterten mit kleinen Spiegelchen, in denen sich irgend ein Stück aus dem Leben der Schläfer abconterfeite, (oft sehr verworren und verkehrt) um deren Häupter herum.

Cölestine träumte von ihrer Liebe — ihr Mann von seinem Schmerze. Da fand er Alles wieder, wie er es gestern liegen gelassen: da war wieder der fremde Kopf — da dröhnte dessen unheimliche Ermahnung — da der Wald mit Schlangen und Salamandern — dort Cölestine an ihrer Toilette — — und hinter ihr, hinter ihr lauschte ein junger, schlanker, feiner Mann, dessen Antlitz man jedoch nicht sehen konnte...

Mit schwerem Kopfe und noch schwererem Herzen erhob Alexander sich vom Lager, während seine Gattin noch schlief:

„Diesen ruhigen, festen, tiefen Schlummer“ sprach er, sie anblickend, „hat nur ein reines Gewissen — — oder ein gänzlich verderbtes...“

Dann trat er leise vom Lager weg und blickte überall umher im Gemache, welches er jetzt sich vornahm zu durchsuchen...: „Ich werde“ sprach er vor sich hin — „ohne Zweifel auf Etwas stoßen, was mir Aufschluß geben oder mindestens als Faden in dem Labyrinthe dienen wird, worein ich gerathen bin.“