„Du antwortest nicht?“ fuhr er fort: „Du hast mir nichts zu sagen. Ei, es ist so auch gut! Was liegt an der ganzen thörichten Blume? Reden wir nicht mehr von ihr.“
„Ja, reden wir nicht mehr davon!“ wiederholte sie, abermals leicht erröthend: „Es ist eine Thorheit, eine Schwäche — was Du sonst willst... Reden wir also nicht davon, geliebter Mann.“
„Gehen wir“ begann er mit einem lustigen Tone: „zu wichtigeren Dingen über: A propos, was unsere Soirées, unsere jours fix betrifft, hast Du deshalb schon einen bestimmten Entschluß gefaßt? Wir müssen uns darüber endlich doch mit der Gesellschaft verständigen; sie ist über unsere Zögerung sehr ungehalten, wie ich vernommen habe. — Also an welchem Tage öffnest Du Deinen Salon den Leuten von gutem Ton?“
„Ach, mein Freund“ sagte sie bittend: „reden wir jetzt nicht von diesen Dingen. Scheinen sie Dir denn wirklich so wichtig? — Wie kommt das so plötzlich? — Du warst sonst eher ein Feind Alles dessen, was sich hindernd zwischen unsere Liebe stellte. —“
„Ich habe jedoch einsehen gelernt, daß ich in einer solchen Gesinnung nicht verbleiben kann. Man hat nicht allein gegen sich, man hat auch gegen die Welt Pflichten zu erfüllen... Und was die letztere betrifft, so gibt sie ihre Ansprüche an uns ebenfalls nicht auf. —“
„Allerdings, und wir wollen ihr auch ihr Recht nicht vorenthalten —.... aber nur heute, nur an diesem Tage, wo ich allein und ganz in Deinem Besitze leben und alles Andere vergessen möchte — nur heute kein Wort mehr.“
„Ach Du, mein Närrchen,“ lachte er — „wie bist Du mit einemmale so kindisch und schwärmerisch geworden — schwärmerischer als in den ersten Tagen unserer Liebe —! —“
Das rauhe Wort hatte Cölestine verletzt. Ueber ihr freundliches Angesicht zog eine trübe Wolke — und eine von den Thränen, die kaum erst versiegt waren — perlte wieder an ihrer Wimper: „Du hast Recht!“ sprach sie nach einer Weile eintönig, aber sanft: „Was Du verlangst, soll geschehen. Ich achte Deine Wünsche, so wie Du sie bisher bei mir geachtet hast. — Noch heute will ich in Betreff unserer Gesellschaften einen bestimmten Plan entwerfen und ihn Dir vorlegen.“
„Warum aber kann das nicht sofort geschehen? Es ist besser, man thut ein solches Geschäft rasch ab — und da ich über diesen Gegenstand schon selber nachgedacht habe, so will ich Dir ohne Aufschub meine Ansichten mittheilen. —“
„Ich höre Dich!“