„Ach — warum nicht gar!“ fuhr der Jäger auf: „Unterschied der Jahre! — Zwischen Freunden gibt es keinen solchen!“

„— So ist auch die Grundlage und das Motiv dieser Freundschaft nicht geeignet — mich zu beruhigen, wie Sie selbst einsehen müssen.“

„Alle Guckuck — mein Freund! Wie ich selbst einsehen muß, sagen Sie? — Aber ich sehe hier gar nichts ein, mein bester Randow! — ich sehe hier nicht das Geringste ein...“

„Sie sehen hier nicht das Geringste ein, lieber Graf? — So finden Sie, daß Trinken, Spielen — Gelage — Müßiggehen — in Wäldern umherstreifen, welche überdies zum kaiserlichen Revier gehören, — — finden Sie, daß dies Alles nichts sei. — —“

„Ei — allerdings ist es Etwas, mein bester Randow... Allein, hoffentlich werden Sie mir glauben, daß es dies nicht ist, worauf unsere Freundschaft beruht. — Unsere Freundschaft — der Bund unserer Herzen gründet sich auf ganz andere Dinge — auf Tugenden und ritterliche Gesinnungen, bei St. Hubertus! — auf Gesinnungen, sag’ ich, die einem Bayard zur Ehre gereicht haben würden...“

„Unter uns,“ bemerkte der General leise: „rechnen Sie hierher auch jene That, die Sie neulich — im Hühnerhofe dieses Hauses vollbracht haben? — —“

Zum Glück für den Jäger, welcher bei dieser Frage seine sonst derbe Fassung ein wenig verlor — zum doppelten Glück für ihn öffnete sich jetzt die Thür, und Edmund, wie gewöhnlich am Arme des Chevaliers, trat ein. — Sogleich wollte der Jäger auf ihn zustürzen, der General jedoch hielt ihn zurück und sagte mit ernster Stimme: „Mäßigen Sie sich, Graf Wollheim! Sie bemerken, daß Alles aufmerksam ist und nach den Beiden sieht.“

„Nun — und was weiter?“

„Sie würden sich in eine lächerliche Lage versetzen. Sehen Sie das nicht ein, bester Wollheim?“

Nach kurzer Ueberlegung entgegnete dieser: „Sie haben Recht, Freund Randow. Ich bin Ihnen dankbar für diesen Wink, und wollen Sie sich mir noch mehr verpflichten — —“