Edmund schlug ein unsinniges Gelächter auf. „Wie — ein Rencontre? einen Streit? — Seid Ihr denn verrückt? Zwei alte Freunde und ein Streit!.. Macht doch keinen Narren aus mir.“

„Nein, nein, in vollem Ernste gesprochen, Du kannst Dich darauf verlassen — — und überdies, was hindert uns, Dir den Inhalt des Streites mitzutheilen. — Ohnehin betrifft er ja in entfernterer Weise sogar Dich. —“

„Wie?“ schrie jetzt Edmund aus Leibeskräften: „Mich, mich, sagst Du, — hahaha! — Der Fall wird interessant — doch bevor wir weiter gehn: Marqueur, noch eine Bouteille von diesem rothen Champagner — — er ist köstlich! — — So, und jetzt erzähle, mein Alter, erzähle!“

„Donnerwetter! noch ein Mal, Edmund, rede mich nicht immer so an, Alter! darauf werde ich künftig nicht mehr hören; verstehst Du? —“

„Also, mein Junge, wenn Dir dies lieber ist.“

„Das ist etwas Anderes. Ich verlange, wie Du weißt, nichts Unbilliges. Ich könnte zehn Taufscheine beibringen, worin mein Alter von 30 bis 40 Jahren bestätigt ist — und —“

„Schon gut — Alle Teufel! Wirst Du endlich zur Geschichte kommen, verd— Alter — Althing wollt’ ich sagen.“

„Nun ja, so höre: es handelte sich um Deine Schwester Cölestine.“

Bei diesen Worten nahm der Roué Edmund einen so ernsten Ausdruck des Gesichtes an, wie man ihn dessen nimmer fähig gehalten hätte: „Ueber diesen Gegenstand“, sagte er mit Nachdruck — „bitte ich Dich zu schweigen, mein Freund, und erkläre Dir ein für alle Mal, daß ich hierbei keinen Scherz verstehe.“