„Meinetwegen,“ bemerkte Althing; „was geht die Geschichte mich an? — Was mich betrifft, so will ich Dir gerne den Gefallen thun, darüber zu schweigen; jedoch ist hier Einer....“ und hierbei deutete er auf Leuben.
Edmund richtete sich auf; in der That schien jetzt dieser ganze Mensch verändert — die Lappen und Flitter der Liederlichkeit schienen alle von ihm gefallen zu sein und er stand so würdig da, als irgend Einer. Mit Ernst wandte er sich an seine beiden Gesellschafter: „Meine Herren,“ sprach er, „es ist da von einer Geschichte und dann von Ihnen, Herr von Leuben, die Rede. Wollten Sie wohl die Güte haben, mir hierüber einige nähere Aufklärung zu geben.“
Der junge Mann, dessen Namen er so eben genannt, hatte seinen festen, durchdringenden Blick von ihm noch immer nicht abgekehrt. Jetzt zitterte er an allen Gliedern — und schien mit unaussprechlicher Ungeduld den Moment erwartet zu haben, welcher so eben einbrach.
„Reden Sie doch! Reden Sie doch!“ rief Edmund, bald zu Leuben, bald wieder zu Althing gewendet, welch’ Letzterer, durch die Aufmerksamkeit, die er seinem vis à vis, oder seiner Brünette, schenkte, gehindert, hier am Tische nur mit halben Ohren zuhörte.
„Werden Sie mir endlich sagen —?“ wiederholte Edmund so heftig, daß der Dicke erschrack und nun rasch die Worte aussprach:
„Aber mein Gott, welche Aufregung bei einer so kleinen Sache? Nun denn, unser ganzes Gespräch, so weit es Ihre Schwester, Fräulein Cölestine, betraf, drehte sich um die Frage: ob sie wirklich, wie man sich erzählt, Braut geworden sei oder nicht. Das ist Alles.“
„Ja —“ wiederholte Leuben mit einer wilden, sonderbaren Unruhe: „ob sie Braut geworden sei, darum handelte es sich, und dies können Sie, Herr von Randow, uns mit der größten Bestimmtheit sagen.“
„Nun — wenn es sonst nichts ist!“ entgegnete Edmund in munterem Tone, „dann hatten wir freilich viel Lärmens um Nichts gemacht; denn es wird Ihnen Beiden doch wohl einerlei sein, ob oder ob dies nicht der Fall ist.“
„Nein, nein — es ist uns keineswegs so ganz gleichgültig, wie Du glaubst, mein Lieber,“ meinte Althing: „und so magst Du es uns nur sagen, was die Sache Wahres enthält.“