In diesem Augenblicke öffnete sich die vorhin geschlossene Thür des Kellers und ein halbes Dutzend Bediente traten mit den Worten ein: „Aber was giebt es denn da? Ein Rauch verbreitet sich aus den Luken im ganzen Hause!... Ist denn hier ein neues Gomorrha untergegangen?..“

Man denke sich die Ueberraschung dieser guten Leute, als sie unser Freundespaar in einem eben so interessanten Costüme als Geschäfte erblickten....

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Aber während hier Momus, Comus und noch andere närrische Halbgötter ihre Schellenkappen schüttelten, ward einige Fuß über diesem Orte — ein Gemüth von höllischen Qualen durchwühlt und hätte zerreißen müssen, läge für manche Naturen nicht eben im Schmerze selbst eine nährende, eine belebende Kraft. Es sind dies jene Naturen, die zum Unglück geboren scheinen — die schon in der Wiege von demselben mit Milch getränkt, später mit Speisen genährt und mit Kleidern versehen werden — denen also das Unglück: Amme, Erzieherin, Lehrerin und Lebensgefährtin ist.

Man hört, wenn von solchen armen Verfluchten die Rede ist, oft sagen: „Mein Gott, wie konnte er das nur Alles ertragen? Ich wäre unter solchen Umständen schon hundert Mal untergegangen.“

Gewiß, denn Dich hat das Schicksal bei Deiner Geburt gesegnet und es hatte nicht nöthig, Dir Nerven von Stahl für’s Leben mitzugeben. —

Allein von wem haben wir zuvor gesprochen? — Wer war der Unglückliche, der Elende, der vom Schicksal Verfluchte — welcher sechs Fuß über dem Keller der zwei lustigen Ritter — von Qualen gepeitscht wurde, wie eine Feder sie nicht beschreiben kann? —

Der Leser wird es wissen. Es war Alexander, der Gemahl Cölestinens, Alexander, der sein Weib mehr wie sich selbst liebte — — und der sich von ihr betrogen, verrathen, um seine ganze irdische Seligkeit gebracht sah. —

Ach, diesmal war ihm der milde Trost, der ihn noch vor einigen Stunden, wenn auch blos vorübergehend, erquickte, gänzlich geraubt. Diesmal konnte er nicht, wie zuvor, sich zurufen:

„Vielleicht — ist sie doch unschuldig! —“