„Still — theurer Mann! Darüber kein Wort mehr.... Können wir nicht über andere Dinge reden? Du weißt, ich liebe jenes Thema nicht unter uns.“
„Nun so will ich Dir eine alte Jagdgeschichte von einem Herzog von Würtemberg erzählen. —“
„Erzähle in Gottes Namen! — So, jetzt wären wir in der Nähe der Gläser.“
Wie man sieht, so dutzten sich die zwei an Alter zwar ungleichen, aber an Gesinnung desto ebenmäßigeren Freunde. So machte es Edmund übrigens immer. Er war mit allen Leuten seines Schlages auf Du.
Während dieses hier vor sich ging, während Wollheim und Edmund, in eine dunkle Ecke zurückgezogen, dem Nierensteiner, oder was es sonst war, die möglichst größte Ehre anthaten und dabei Gespräche führten, wie sie der Wein eingibt und wie wir sie hier zu wiederholen uns sehr hüten werden, unterhielt man sich auf andern Punkten der Salons auch nicht übel.
So zum Beispiel beglückte Gräfin von Wollheim einen Kreis alter und buckliger Zuhörerinnen mit einer Erzählung ihrer letzten Leistung im Fache „der Strümpfe für den Wohlthätigkeitsverein.“
„Glauben Sie, meine Damen,“ so sprach sie, „daß es eine der süßesten Empfindungen gewährt, unsere Talente und unseren Fleiß im Dienste der Armuth und Noth anzuwenden.... Im vergangenen Winter habe ich 4½ Paar guter Socken und Strümpfe gemacht, jedes Paar zu 2½ Pfund... Das gab eine Bekleidung! Welche Wärme!“
„Ja, ja — welche Wärme!“ erwiederte ein altes Stiftsfräulein ohne Zähne, dafür jedoch mit einer Zunge, die hinreichend schnitt, sobald es sich um den Ruf eines Nebenmenschen handelte.... „Auch ich habe zwei Paar wollene Jacken an das Comité des Frauen-Vereins gesendet. — — Alles eigene Arbeit! — Wer weiß, welches Pack sie jetzt auf dem Leibe trägt.... Denn Sie wissen doch, meine Freundinnen, daß diese unverschämten Armen, welche wir mit unserer Hände Arbeit beglücken, die letztere bei nächster Gelegenheit zum Trödler oder in’s Branntweinhaus tragen...“
„Sollte das möglich sein?“
„Sie können mir’s glauben!“