Alexander vermochte kaum zu antworten; er preßte den blühenden Leib seines jungen Weibes an seine Brust, an seinen Körper — er that ihr mit seinen ungestümen Umarmungen beinahe weh.... doch sie empfand es nicht....
„Alexander!“ rief sie mit gedämpfter, tiefer Stimme: „in dieser entzückenden Stunde, der heiligsten Stunde unseres Lebens, schwöre ich Dir, Dir ewig treu zu sein. Schwöre Du mir’s auch!“
Er wollte sprechen.
„Still!“ rief sie und legte ihr kleines Händchen auf seinen Mund: „schwöre nicht eher, als bis Du Alles erwogen hast.... ich gebe Dir eine halbe Stunde Zeit.... aber länger vermag ich nicht zu harren, dann gelobst Du mir, was Du Deinem Schöpfer geloben kannst.... und jetzt, jetzt lass’ uns diesen Ort verlassen, lass’ uns eilen, um, bevor noch alle Gäste die Säle verlassen haben, dort gegenwärtig zu sein. — Du gehst durch jene, ich durch diese Thür. Nach einer halben Stunde treffen wir uns — — — —“
„Im einsamen Brautgemache!“ ergänzte er leise und verließ sie zitternd an allen Gliedern, glückselig wie ein Gott.
In der That war ihm in diesem Augenblick der Zufall günstiger, wie heute den ganzen Tag über. Noch waren die Gäste in reicher Menge im Saale zugegen, und eben weil sich Alles zum Aufbruch rüstete (gewisse Leute brauchen dazu einige Stunden Zeit), war seine wie Cölestinens vorige Abwesenheit nicht bemerkt worden.
Mutter und Vater vermutheten die junge Frau unter irgend einer Gruppe von Bekannten; dasselbe dachte man von dem Grafen, und da die Neidischen und Nebenbuhler zufällig alle längst fortgegangen waren, so konnten auch diese das geheime Glück der Eheleute nicht stören.
Endlich war Alles aus dem Hause. Dieses stand jetzt still und leer.... die Lichter in den Sälen wurden ausgelöscht — die Lakaien nahmen nunmehr von diesen Schauplätzen Besitz. Der General mit seiner Gemahlin entfernten sich nach dem rechten Flügel des Palais; Alexander mit Cölestine am Arme schlug seinen Weg nach dem linken ein.
Nachdem sie eine Reihe von Gemächern durcheilt waren, nahm er sie auf seine Arme und ras’te mit ihr, wie ein Riese mit einem Kinde, in’s Brautgemach.
Hier leistete er ihr den Schwur, welchen sie verlangte: ewig ihr treu zu bleiben.