So möge man also wissen, daß der erste brillante Einfall Porgenau’s heute an dieser Tafel darin bestand, daß er einen Kalbskopf in einer sauce piquante mit den Liebesgedichten des berühmten Lokalhumoristen Herrn Saphir verglich und hinzusetzte: so sehr dieser Kopf auch mit Saucen, Citronenscheiben, Gewürzen, Lorbeerblättern, Blumen und Blüthen begossen und bedeckt sei — erkenne man doch augenblicklich, daß er vom Kalbe komme.... Der Bonmotist setzte noch hinzu, daß man im Orient auf diese Weise auch Affenköpfe bereite — — und meinte, dieser Vergleich sei noch viel passender.
Ferner behauptete derselbe: eine schlechte Tafel sei die beste Universität, man werde da voll Geleersamkeit.
„Wissen Sie,“ wandte er sich zur Gräfin von Wollheim, wobei er wieder im Voraus so sehr lachte, daß es eine wahre Freude war: „wissen Sie, gnädige Frau — haha! — welches mein schönster Calembour ist.... In der That, hahaha! ich bin stolz darauf, denselben geschaffen zu haben — hahaha!“
„Lassen Sie ihn hören, lassen Sie ihn hören, trefflicher Herr von Porgenau!“ hieß es an der ganzen Tafel; denn die Albernheit ist oft belustigender als Verstand und Witz.
„Mein erster Calembour —“ sagte Porgenau stolz — „aber,“ fuhr er nach einer Pause fort und verzog das Gesicht so breit, als es ihm nur möglich war — „in der That, ich kann mich vor Lachen kaum halten, sobald ich diesen göttlichen Calembour preiszugeben im Begriffe stehe — hahaha! hahaha! — So hören Sie denn: Was ist der Mensch? Antworten Sie mir, meine Herrschaften, auf die Frage: Was ist der Mensch? — hahaha!“
Alles lachte; aber Niemand sprach.
„Ah — hahahaha!“ platzte Porgenau aus: „Nicht wahr, Sie wissen es nicht. Hahaha! Das ist lustig! das ist sehr lustig — hahaha!“
„Aber so sagen Sie es uns doch selbst!“ bemerkte die Gräfin achselzuckend.... „Sie sehen ja, daß es hier Niemand erräth.“
„Nun — wenn Sie es wissen wollen.... hahahaha! — hahahaha! — Der Mensch — ist ein unbefiedertes Thier mit zwei Beinen. — Hahahaha! hahahaha!“ Und der große Mann wälzte sich in seinem Stuhle.