„Zu diesem Porträt,“ bemerkte Edmund gegen einen jungen Mann: „hat ohne Zweifel Er selbst gesessen....“
„Gewiß. Die Aehnlichkeit ist sehr auffallend.“
Aber Porgenau hörte es nicht, wiewohl es ziemlich laut gesprochen wurde; er lachte noch immer und hielt sich den Bauch — es entzückte ihn, daß die ganze Gesellschaft mit lachte, was er als Resultat seines unwiderstehlichen Witzes nahm.
„Dieser Porgenau,“ meinte Herr von Labers gegen seinen Nachbar, welches der General von Randow war: „ist ein halber Fallstaf; denn wenn er auch nicht selber witzig ist, so macht er doch Andere dazu. —“
„Sehr richtig,“ bemerkte General Randow — „und wiewohl ich eigentlich nicht weiß, wer dieser Fallstaf sei, so kann ich mir denselben doch recht gut vorstellen. — — Ah, jetzt entsinne ich mich! Es ist, glaube ich, eine dicke, lustige Person in irgend einem Schauspiele. —“
„Ganz recht! in einem Shakspeare’schen.“
„Ah — dies ist ja derselbe Dichter, welcher so viele kriegerische Stücke verfaßt hat, deren Namen mir leider zum größten Theil entfallen sind....“ antwortete der General, der wie so manche tüchtige Offiziere und — Kavaliere des Kaiserstaates eben kein großer Literat war und welcher, gleich dem edlen Herzog von Reichsstadt, Schillers Wallenstein nur wegen der großen Kriegsseite dieses Stückes so sehr liebte. —
„Sie sagen, meine Beste,“ sprach Gräfin Wollheim zu dem Stiftsfräulein — „Ihr Vorschlag an das Comité, betreffend die Befestigung von Strümpfen, Jacken und andern Kleidungsstücken auf dem Leibe der Armen, sei zurückgewiesen worden? — Ich halte dies nicht für möglich. Es wäre abscheulich!“
„Auch ich war darüber empört, glauben Sie mir, theuerste Gräfin —“ versetzte Fräulein von Bomben —; „es heißt dies die menschenfreundlichsten Absichten vernichten, mit Füßen treten.... aber so ist einmal unsere lasterhafte, sündige Welt. Ich bin überzeugt, mein Vorschlag wurde blos deßhalb nicht angenommen — weil mehrere Damen des Comités, wie ich aus sicherer Quelle weiß — mit einigen hübschen Armen im vertrauten — — u. s. w. — Sie verstehen, beste Freundin!“
„Aber — dies scheint mir unmöglich! —“