„Es ist wahr; ich kann es nöthigenfalls beschwören... Und,“ fuhr sie schwärmerisch fort, wie ein verliebter Jüngling, der von seinen Entwürfen spricht, mit welchen er die Geliebte seines Herzens glücklich machen will: „und ich hatte mich bereits mit allen Materialien versehen! Ich kaufte en gros ein. Zwei Zentner Pech — 80 Pfund Teufelsd— 300 große und kleine Ketten, Schlösser, Fangeisen, Daumenschrauben...“

„Daumenschrauben? Wozu denn diese?“

„Um unseren lieben Armen die Handschuhe, welche wir ihnen im Winter geben, an die Finger zu schrauben....“

„Ah, mein Gott — wie erfinderisch Sie sind, mein theures Fräulein!“

„O, wo es sich um das Wohl der Menschheit handelt!“

„Ach die Menschen verdienen es kaum.“

„Gewiß, gewiß; sie verdienen es nicht. Sie sind Wölfe und Hyänen — und ich wollte nur, daß ich sie in Wolfsgruben oder mit Fußeisen fangen und ihnen das Fell abziehen könnte. Das wäre so meine Passion!“

„Indeß — — da wir Mitglieder des Hilfsvereins sind.... meine Beste: scheint mir diese Ihre Passion doch ein wenig barbarisch.“

„Ei was!“ schrie das fromme Stiftsfräulein und warf Blicke umher wie eine Hyäne, von welcher sie eben gesprochen: „barbarisch hin — barbarisch her; ich halte es mit Kaiser Nero und wünsche der ganzen Menschheit einen Kopf, um ihn mit einem Schlage abzuhauen.“