„Wissen’s was, Euer Gnaden?“ sagte der Bursche.
„Nun?“ spitzte unser Adonis seine Ohren.
„Ziehen’s da meinen Mantel an — und kein Mensch im Hause wird Sie erkennen. In dieser Maskirung können’s dann bis zu Ihrem Freunde, dem jungen gnädigen Herrn kommen....“
Dieser Rath war Goldes werth. Althing dankte dem Fiaker mit einer Thräne im Auge, dieser aber zog seinen Mantel vom Bocke herab und warf ihm denselben um.... Alles dieses geschah in wenigen Augenblicken.... Althing sah in diesem Costüme einem Banditen nicht unähnlich, denn der Mantel war von hellgrüner Farbe und der spitzbübische Fiaker hatte ihm denselben so umgeworfen, daß er sich drappirte und auf Althing’s Schultern hing, wie ein Theatermantel... Aber da war keine Zeit zu verlieren.... Der Dicke schritt mit entschlossenem Wesen in das Palais bei dem Portier vorbei, welcher die Augen aufriß, wie über eine nächtliche Erscheinung. Der Fiaker aber, mit dem Hut in der Hand, schritt unserem Alten nach — und lachte in’s Fäustchen.
So gelangten sie quer durch den Hof nach dem linken Flügel des Gebäudes, wo Edmund wohnte. Althing ging die Treppe hinauf und fragte einen Diener, der ihm begegnete, ob dessen Herr zu Hause wäre....
„Was will man denn bei ihm?“ antwortete der Kerl mit mißtrauischem Blick.
Da öffnete der Seladon seinen Mantel, und der Diener rief nun: „Ah, Sie sind es, gnädiger Herr? Aber in welchem Aufzuge! Ist denn heute Maskenball bei uns?“
„Dummkopf!“ fuhr Althing auf: „ob der Herr zu Hause ist, frage ich.“
„Nun ja — gewiß; aber er wird in diesem Augenblicke nicht zu sprechen sein.“