„Alle?“

„Ja — ja; mein lieber Freund — Lips kann mehr von diesem Kapitel erzählen....“

„Ich will nicht hoffen — daß dieser Elende Dich schon sogar um Deine Uhren gebracht hat —“

„Um meine Uhren? — Ach, er hat mich noch um so manches Andere gebracht! Die Uhren, die Ringe, die Ketten, die Waffen, die tausenderlei hübschen glänzenden Sachen.... sie sind alle sein — — — Ja sogar — — Kleider, Wäsche — Requisiten — — Oh! verfl— Katzenjammer!“

Der Andere schlug, da ihm Edmund in’s Gesicht sah, die Hände zusammen, mit einer Miene voll zärtlichen Mitleids und Schreckens rufend: „Allein — wie konntest Du es nur so weit kommen lassen, unglücklicher Freund?!“ Er wischte sich eine Thräne aus dem Auge: „Sahst Du denn nicht, mit wem Du es zu thun hattest.... Meister Lips hätte Dir ja gleich beim ersten Handel, den Du mit ihm eingingst, die Lust zu einem zweiten benehmen sollen....“

„O mein Freund!“ seufzte Edmund: „sprich lieber: mit dem ersten Handel hatte der nichtswürdige Kehlabschneider zugleich alle übrigen gemacht.... Einmal in seine Klauen gerathen, gehörte ich für immer ihm.... ich konnte nicht mehr los! Glaube mir, das Alles kann ich Dir nicht so leicht erzählen — wie leicht es ihm zu vollbringen war.... ich kann Dir von dem Wie und Warum keine Erklärung geben: ich kann Dir nur sagen: es ist geschehen — Punktum! Damit ist Alles gesagt. —“

„Und wenn,“ fuhr der Taugenichts fort, „wenn ich Dir zum Schluß noch einige Notizen geben soll, so werden es folgende sein: Lips hat Wechsel, Obligationen, Hypotheken von mir in Händen — bei deren Erinnerung mir schon der Kopf schwindelt — und das Hirn in demselben siedet..... Der Satan weiß es, wie ich mich aus den schauderhaften Papieren herauswickle! Soviel jedoch ist gewiß: daß Meister Lips mich mit Haut und Haar in seiner Gewalt hat — und es kostet ihm nur ein Wort — so bringt er mich dahin, wo Heulen und Zähnklappern herrscht.“

Eine tiefe Pause entstand. —