„Diable! — dies will ich schon glauben!... Wer in der Welt wird sich bei einem fremden Menschen gleich als Spieler einführen? — Es wäre sehr gegen die Lebensart! — Allein nachdem man zusammen drei bis vier Nächte hindurch am grünen Tische gesessen — nachdem man mit Einem überdies auf Ehrenwort gespielt — und endlich gar an ihn eine Forderung von circa 2000 Ducaten zu stellen hat — darf man sich doch wohl kurzweg als das bezeichnen, ... was man ist, Tonneur de Dieu! — Welchen Titel soll man für sich erfinden? — — Man hat von Jemand für einige Sätze im rouge et noir 2000 Ducaten zu fordern... also ist man ein Spieler.“
„An dieser Logik ist wohl nichts auszusetzen —“ versetzte Edmund eintönig und mit bitterem Lächeln — —; „ich hätte längst selber von ihr Gebrauch machen sollen....“
„Allein, wie ich sehe, mon cher — — so jagen wir uns da mit einer nutzlosen Phraseologie ab... und beim Himmel! meine Zeit ist sehr kostbar: ich habe heute noch wichtige Geschäfte in Ordnung zu bringen. Kommen wir daher zur Sache! — Haben Sie das Geld in Bereitschaft, mon petit coeur?“
Mit kurzen Worten antwortete Randow: „Ich habe nichts in Bereitschaft. Ich besitze keinen Heller!“
„Wie — Sie besitzen keinen Heller!“ schrie Herr Theobald so mächtig, daß es draußen auf allen Gängen widerhallte: „Morbleu! — Sie besitzen keinen Heller!“ Theobald war aufgesprungen und hatte sich vor ihn hingestellt: „Was ist dies für eine sonderbare Erklärung — mein Herr von Randow?“
„Die Erklärung ist sehr einfach und noch dabei sehr wahr;“ sprach Edmund mit einer Ruhe, deren man ihn nach seiner früheren Stimmung nicht fähig hätte halten sollen. — Allein freilich die früheren Bewegungen seines Innern standen weniger mit diesem als mit dem andern Falle, mit dem Meister Lips, in Verbindung.
„Enfin!“ rief der Spieler: „Sie zahlen also nicht: Sie tragen Ihre Schuld nicht ab — mein Herr?“
„Es ist mir unmöglich — mein Herr.“
„Wissen Sie auch, mein Herr — daß dies eine Ehrenschuld ist?... daß Sie auf’s Wort gespielt haben?“