„Ich weiß es, ich weiß Alles.“

„Und dennoch — glauben Sie mir so mit der größten Seelenruhe sagen zu dürfen, daß Sie nicht zahlen wollen?...“

„Allein — was soll ich Anderes thun? Sagen Sie es selbst, mein Herr!...“

„Dies — mon Dieu!“ versetzte scheußlich lachend Herr Theobald — der nach Art der Leute seines Metiers unabläßlich mit französischen Brocken um sich herum warf... „Dies, mon Dieu — ist doch fürwahr nicht meine Sache... es geht mich nicht im Geringsten an... Sacre! Was soll ich Ihnen denn noch sonst sagen, als: zahlen Sie! zahlen Sie — — ich muß auch zahlen! — —“

Der junge Mensch antwortete nicht — er seufzte nur und rieb sich die Stirne, die zu zerspringen drohte unter den Gedanken, welche — nicht Herrn Theobald betrafen.

„Endlich, mein Herr,“ nahm dieser sich zusammen und blickte ihn wild und finster an: „Endlich — damit wir zum Schlusse kommen: was ist Ihre Absicht? Wollen Sie mich als Mann von Ehre, wie es Ihrem Stande angemessen, befriedigen — oder aber wünschen Sie, daß ich noch in dieser Stunde zu Ihrem Vater gehe — — und den würdigen General von Randow veranlasse, das Wort seines Sohnes und dessen Reputation zu retten?... Morbleu!

Der Spieler war richtig berathen. Kaum hatte er den Namen von Edmunds Vater genannt, als der Jüngling erschrocken vom Lager aufsprang und im Nu aufrecht stehend sich seinem Gläubiger gegenüber befand: „Um Gotteswillen, mein Herr!“ rief er mit bebender Zunge: „Thun Sie das nicht! Machen Sie keinen Schritt aus diesem Zimmer — bevor unsere Angelegenheit nicht in Ordnung gebracht ist. — — Sie wollen, ich soll Ihnen 2000 Ducaten bezahlen. — Nun wohl — nun wohl.“

Er sann einen Augenblick nach — — jetzt hatte sein ganzes Denken sich um diesen Punkt konzentrirt: „Hören Sie meinen Vorschlag! — Gedulden Sie sich noch bis morgen — dann sollen Sie Alles bis auf den letzten Pfennig erhalten...“

Tonneur! — —“ versetzte der Spieler schon mit einem viel heiteren Tone: „das geht nicht, mein Bester! — Das wird nicht gehen! .... Wie ich es immer auch herumdrehe — wie ich auch immer kalkulire.... ich brauche das Geld noch heute...“

„Nun denn —“ bedeutete Jener, dem der Angstschweiß von der Stirne rann: „dann geben Sie mir mindestens einige Stunden Frist — — z. B. bis zum Nachmittage...“