„Ja, gewiß — lieber Althing,“ — der Jäger hatte in Bezug auf das Obige denselben Charakter... „ja, Sie haben ganz Recht.... Uebrigens ist es im December auch zu Hause angenehm — man erhitzt sich nicht so leicht, mag man im Zimmer oder im — — Kell....“ Er sprach das Wort nicht aus... sondern glaubte sehr geistreich einzulenken, indem er hinzusetzte...: „Man kann in dieser Saison auch mehr vertragen, hahahaha! hahahaha!“ — —

„Was meinen Sie damit, bester Graf.... mehr vertragen?“

„— Nun — ich sage: mehr Wei... Wei...“ der Wein wollte nicht so leicht von seiner Zunge gehen — „Weibesblicke — Liebesblicke — zarte Winke mit schönen Augen und Fingern.... hehe!“ Er war überzeugt, seine Sachen ungeheuer klug gemacht zu haben....

„Ha!“ rief mit einem Male der Andere, der so eben wieder mit dem Sporren hängen blieb, aber glücklicher Weise nicht in seinen Beinkleidern — — „haben Sie das dort nicht bemerkt ... bester Graf? Wie?“

„Das dort? — Jenes Gasthausschild da drüben über dem Kanale? Es gehört dem Hôtel „Zum goldnen Lamm“ — woselbst man kolossale Rheinweine bekommt, mein Lieber...“

„Ach, welches Mißverständniß!... Rheinwein! — Wer spricht davon? — Welche abscheuliche Verwechslung einer ordinären Sache mit dem extraordinärsten — göttlichsten Dinge von der Welt. — Da... sehen Sie denn noch nicht.... die himmelblaue Pelerine dort! — — O, mein Freund! Welch’ ein Blick war das, welchen ich so eben erhaschte....“

„Pah!“ — versetzte der Jäger, dem wir diese Benennung jetzt nur noch aus Pietät geben, denn seit so und so langer Zeit hatte er seinem frühern Geschäft fast gänzlich entsagt und seine ganze Aufmerksamkeit nur demjenigen, bei welchem wir ihn in dieser Geschichte so zahlreich begegnet sind, zugewendet... „Pah!“ sagte er, seine heitere Miene wurde traurig — sein Blick suchte die Erde, der ganze Mensch war wie verwechselt.... „Pah!“ wiederholte er nochmals: „was liegt mir an diesen Blicken — Thorheiten — Spielereien...“

„Das nennen Sie Thorheit! Spielerei! unglücklicher Mann, dem nie die süßeste der Göttinnen gelächelt — sonst müßten Sie mit mehr Ehrfurcht von ihrem Dienste sprechen.... Aber wie, mein Freund, wollen denn Ihre Beine nicht mehr vorwärts gehen! Ich muß Sie ja fortziehen...“

Wollheim stieß einen Seufzer aus, so tief, als komme er aus jener Tiefe, in welcher Fässer liegen....

„Vorwärts, vorwärts, mein Guter! Sie verderben mir sonst gänzlich mein Glück — das so eben im vollen Anzuge ist! Ach, ach! schon wieder ein Blick! Sie hat sich jetzt mindestens zum siebenten Male nach mir umgesehen — — und wie hat sie sich umgesehen!... Alle Donner! Die versteht es — so jung das Püppchen auch noch ist. Doch heut zu Tage sind wir in diesen Dingen enorm vorgerückt.... Unsere Töchterchen und Fräuleinchen von 15 bis 16 Jahren — das sind gerade die routinirtesten.... Kein Wunder! Sie haben an der Seite Mama’s eine gute Schule....“