„Sie können noch spotten — können so kalt sein — da ich glühe und brenne — und fast zu Asche werde....“

„Das sind die gewöhnlichen Phrasen...“

„O halten Sie mich nicht für einen gewöhnlichen Thoren — und dieses Gefühl in meiner Brust für kein alltägliches. — Ich schwöre bei meiner Seligkeit, daß ich zum Sterben Sie liebe — nur Sie ganz allein!...“

„Aber Sie haben mich ja noch nie gesehen!“

„Wie können Sie nur so Etwas denken. Ich kenne Sie seit sehr langer Zeit — und gleich Ihrem Schatten schleiche ich Ihnen — freilich aus Scheu ungesehen — nach.... Wo Sie sind, bin auch ich — ich kann nicht leben ohne Dich, angebetetes, englisches Wesen.... Du lehrtest mir die Liebe kennen — früher war ich unschuldig und unerfahren, wie so mancher unter uns Jünglingen... Du warst das erste Frauenbild, zu dem ich wagte, die Augen aufzuschlagen .... Liebe mich — oder mein Loos ist schauderhafter Tod!“

Bei diesen Worten, in die sich zuletzt unwillkührlich die angeborne Verliebtheit des alten Gecken mischte — fiel er, trotz December und Schnee, vor das Mädchen auf die Kniee — breitete die Hände aus wie ein betender Bramine — verdrehte die Augen und flüsterte mit möglichst matter Stimme: „Oder den Tod! den Tod! —“

In diesem Momente erhob sich um ihn ein lautes Gelächter und eine Dame, für welche unser Ritter bisher keine Aufmerksamkeit hatte — da sich diese derselben geflissentlich zu entziehen wußte, trat vor, schlug ihren Schleier zurück (solche Damen tragen bisweilen auch im Winter Schleier) und rief:

„So also! dies ist die Treue, welche Sie mir angelobten! So halten Sie also Ihre Versprechungen — Ihre Schwüre!... O es ist schändlich, Herr von Althing! — es ist schändlich, ein Mädchen auf diese Weise — vor ihren eigenen Augen zu hintergehen! — Es ist entsetzlich... und nie wird Ihnen das der Himmel verzeihen!“

Der dicke Held glaubte unter die Erde zu versinken. Er sah — Nina, seine Nina in leibhafter Gestalt vor sich.

„Ich wollte,“ begann sie heftig: „Sie auf die Probe stellen! Und so hat man also bestanden? Glaubt man mit einem armen Mädchen blos sein Spiel treiben zu dürfen!... Zuerst macht man sie verrückt vor Liebe — — und dann und dann — —“