„Ganz gewiß, Euer Hochwürden — — und vielleicht nicht blos von einem; es mögen da wohl ein Dutzend in ihm ihr arges Wesen treiben!“ antwortete der Führer dieser Deputation, ein alter Bauer, der schon drei Mal in Wien und einmal sogar in München gewesen war, deshalb auch für ein absonderliches Lumen galt. —
„Aber welche Beweise habt Ihr, meine lieben Pfarrkinder, daß dies mit dem gnädigen Herrn wirklich —?“ er sprach das Wort nicht aus, denn so eben hatte die Gans unter seinem Arme sich ein wenig allzunatürlich betragen und den Pfarrrock des guten Pfründners in Verlegenheit gebracht, — — sogleich beeilten sich die Mitglieder der Deputation, ihm ihre Dienste anzubieten, wischten und putzten mit Fingern und Rockärmeln, bis die Verlegenheit der schwarzen Toga gehoben war. —
Der Pfarrer, noch immer die Gans fest unterm Arme haltend — dankte ihnen lächelnd und fuhr nun im Verhöre fort: „Ich fragte Euch, Ihr lieben Leute, nach den Beweisen, auf die Ihr Euere Behauptung von des Herrn Grafen Unglück stützt? Was habt Ihr Besonderes an ihm bemerkt?“
„Euer Hochwürden — — erstens ist der gnädige Herr ohne die gnädige Frau, auf die wir uns so gefreut haben und zu deren Empfang wir sogar eine Triumphpforte aus Pappe, mit Raketen und Puffern gespickt, beim Kaufmann bestellt haben, gekommen....“
Der Pfarrer dachte ein wenig nach, gab dann der Gans, welche sich zu bewegen anfing, einen Schlag auf den Kopf und versetzte ernst: „Das ist Etwas! — — Aber ferner?“
„Ferner,“ fuhr der Sprecher fort: „ferner ist der gnädige Herr den ganzen Tag über eingeschlossen — redet mit keiner Menschenseele.... sondern blos —“
„Sondern blos — — meine Kinder?“
„Mit sich selbst!“
„So?!“ betonte der Parochus — und gab seiner Gans abermals einen Schlag, denn sie wollte keine Ruhe annehmen, sie schien ein äußerst rebellisches Gemüth....: „Das ist,“ nahm er jetzt das Wort und machte dabei die allertiefsinnigste Miene: „das ist allerdings ein wichtiger Umstand, meine Freunde.... Er redet mit sich selbst — — das ist böser, als ich glaubte. Doch weiter — weiter — ich muß Alles wissen!“