Nichts; kein Laut.
Da trat Alexander in das Schlafzimmer zurück... nahm den Brief vom Tische, und ohne dessen Aufschrift zu lesen, wies er ihn der Schaar vor: „Dieses Schreiben ist hinein gelegt worden — — der Kammerdiener trägt die Schuld nicht .... Wer also hat sich unterstanden....?“
Tiefe Stille. —
In diesem Augenblicke glitten seine Blicke unwillkührlich über die Aufschrift hin — und als hätte ein Krampf seine Hände ergriffen, zerknitterte er das Papier und drückte es so zusammen, daß es einen Knäuel bildete....
Jetzt wie von einem unwiderstehlichen Gedanken erfaßt — verabschiedete er rasch die Domestiken — eilte in das Gemach — entfaltete den Knäuel und las nun auf der Rückseite des Briefes mit den Schriftzügen Cölestinens:
„An den Herrn Grafen Alexander von A—x! —
Man bittet ihn flehentlichst, diesen Brief zu öffnen.“
Ein nie gefühlter Drang trieb ihn, dieser Bitte zu willfahren, derselbe Drang, welcher ihn zu dem vorigen Schritte genöthigt hatte. Er erbrach das Siegel, der Inhalt des Briefes lautete:
„Mein theurer, heißgeliebter Gemahl!“
Bei dieser Stelle angelangt, wollte er das Papier zerreißen — doch las er noch einige Zeilen.