„Es ist genug!“ versetzte der Graf, kaum noch athmend. Er war in einen Sessel gesunken. — Diese Ereignisse hatten seine ganze Mannheit erschüttert.
Die Freude ist oft schrecklicher als der Schmerz, besonders bei jenen Naturen, denen dieser häufiger, als jene zu Theil wird. —
In diesem Augenblicke fühlte Alexander Jemand in seine Arme stürzen.... er erhob das matte Auge. Es war Cölestine, seine Gattin, die vor ihm auf den Knieen lag! —
Der Chevalier hatte ihr Nachricht gegeben. —
„Nun Du Alles weißt,“ sagte sie: „braucht mein Mund nicht mehr zu sprechen und mein Herz nicht mehr in namenloser Scham zu ersterben.... Du weißt Alles, Alexander! Alles, Alles; — — Und dies Alles bestätigt das Wort: „Ich bin unschuldig! ich bin Dir treu gewesen!““
— — Endlich glaubte er ihr. —
Der Chevalier verließ das Gemach. —
Nichts von dem Allen, was in dieser seligen Stunde, deren Zeuge nur Gott war, zwischen den Gatten vorging... nichts von den wollustvollen Thränen und von den selig-wehmuthvollen Freudenergüssen. — Alexander hatte Cölestine treu erfunden — der Nebel des Mißtrauens war zerrissen — die Schatten der Zwietracht flohen mit ihm davon — die Welt war wieder schön — die Erde hatte ihr Grün, der Himmel seine Sonnenpracht...
Alexander erfuhr nun auch noch so manche von jenen Dingen, die zu allererst den Keim des Argwohns in seine Brust gelegt hatten; er erfuhr, daß jene Blume, jene Hortensie, die er einst im Schlafgemache gefunden und welche ihn zuerst so unglücklich machte, die Stelle eines Amulet vertreten habe. Es war Cölestinen von einer alten Frau angerathen worden, und so sprach die Wahrsagerin: so lange diese Blume an dem Busen der jungen Frau ruhen werde, so lange werde sie mit ihrem Gatten glücklich sein. —