Da hob sie zwei Augen empor — so blau wie der Saphir und ein Gesicht so schön wie ein junger Morgen; nämlich seiner Meinung nach. Noch nie glaubte Herr von Althing das gefühlt zu haben, was jetzt in seiner Brust vorging (wir wissen jedoch, er glaubte stets also!) — — und, wie es seine Art war, er machte hier dem Mädchen ohne weiteres seine Liebeserklärung....
Und sofort stand sie auf, verließ den Platz, und ging weiter. Er aber ging nach; und als sie den Weg nach der Stadt einschlug, folgte er ihr ebenfalls dorthin.
Sie führte ihn auf diese Weise aus einer Straße in die andere, bis sie zuletzt auf der Bettlerstiege in ein Haus trat, sich jedoch zuvor noch umsah.
„Richtig!“ lächelte Althing und griff vorsichtig an seinen gefärbten Schnurbart; „die ist total in mich verschossen! — Ach! dieser Blick war zu stark! — Armes Mädchen — Du sollst erhört werden.... denn was ich für Dich empfinde, ist wahre Liebe!... Zum ersten Male durchdringt dieses höhere Gefühl meine Jünglingsbrust! Ich sehe — bei meinem bisherigen Leben kommt nichts heraus — ich bin entschlossen, ein neues anzufangen.“
Er trat nun ebenfalls in das Haus — und da er das Mädchen nach dem hintersten Winkel desselben gehen sah, ging er auch dahin — — doch fürchtete er hier zu einer gewissen Abtheilung zu gelangen, die einem Parfümerie-Laden eben nicht ähnlich ist. Statt dessen gelangte er zu einer hölzernen Treppe und stieg sieben volle Etagen — wie es stets sein Geschick wollte — der Dulcinea nach. Endlich trat er fast mit ihr zugleich in eine kleine räucherige Stube, welche ihres Gleichen nicht hatte.... jetzt sah er sich mit dem Mädchen allein.
„Aber was hat das zu bedeuten, mein Herr?“ fragte sie....
„Es hat zu bedeuten, mein Fräulein, daß ich Sie liebe.“
„Und weiter? —“
„Daß ich ohne Sie nicht leben kann.“
„Allein — —“