Da stand der Teufel wieder an die Wand gemalt! Vollends die Besorgnisse der liebenswürdigen Frau, mit denen sie ihm in den Ohren lag:

»Was ist Ihnen? Sie müssen krank sein! Schicken Sie doch nach dem Arzt. Wir haben hier miserable Ärzte. – Wollen Sie nicht unseren Friedhof sehen?«

Auf ihren Wanderungen durch das Dorf waren sie hingeraten. Feierlich trat sie an ein reichbepflanztes Grab und die Palmenblätter liebkosend, flüsterte sie zärtlich: »Mein Sohn! mein Sohn!«

Er faßte sich am Kopf. Starr lagen die Gräber da. Voll Schauder gewahrte er die Ruhe über ihnen. Wie geht's, Herr Schiffsfähnrich? höhnte er. Sieh, deine Mutter weint gerührt und hat ein hohes Kreuz aufrichten lassen, damit die Leute schon von weitem sehen, wo ihr Herzblatt fault! ...

»Sie können recht haben, Madame,« sagte er gepreßt. »Auch unser Freund prophezeit mir ein baldiges Ende.«

»Der Unglückliche!« rief sie schreckensbleich, »er hat es auch meinem Sohn geweissagt!«

Dummes Geschöpf, alte Närrin! dachte er und machte, daß er fortkam. Jugendneider! Verruchter Hellseher! fluchte er. Ihm war heiß und kalt, und als hätte der Himmel ein Loch bekommen, verspürte er einen scharfen Luftzug auf Erden. Wie waren in ihm alle Lebensgeister aufgeschreckt, als er wieder die Mühle passierte.

Der junge Müller hatte seinen Rausch ausgeschlafen und lud nun schwere Säcke auf einen hochrädrigen Karren.

»Was würdest du dazu sagen,« redete ihn Karl an, »wenn du in einer Stunde sterben müßtest?«

»Ich werde nicht in einer Stunde sterben.«