Hilfeflehend klammerte er sich an das Lichtbild der Geliebten: »Rette mich! Ist das deine ganze Liebe?« ...
Schon sah er sich verloren. Ja, ihm war, als erhöbe sich das Meer und wollte ihm ans Leben. Also jetzt? jetzt? ... Es packte ihn wie Wahnsinn. »Mörder!« schrie er und stürzte dem Feinde entgegen ...
Zurück! Zurück! warnten die Wellen. Doch der Rasende stürmte vorwärts, seinen Angreifer zu fassen. Sie schleuderten ihn ans Land: Wir kämpfen nur mit Männern, Wahnsinnige sind vor uns gefeit! Er brauchte nur Grund zu fassen, und Luft und Leben waren wieder sein. Doch um sich seiner Haut zu wehren, warf er sich wieder ins Wellengewühl. Ein fürchterlicher Kampf begann. Er glaubte mit Gott zu ringen. »Wer ist der Stärkere, das wollen wir sehen!« Wild schlug er drein, als wollte er das Meer zermalmen. »Ich will nicht sterben, nie und nimmer!« schrie er und ertrank.
Die Erbschaft.
Als junger Bursch ging Johann Muck nach Wien, sein Glück zu suchen. Auf Schusters Rappen und in der Glühhitze des Sommers. Wie lechzte er danach, im Schatten auszuruhen, als sich ein Wald vor ihm auftürmte, Baum an Baum, ein Riesendickicht.
»Wo gehts da in den Wald hinein?« fragte er einen Bauer, der des Weges kam.
»Dumme Frage«, war die Antwort, »der Wald steht einem überall offen.«
»Ach ja,« seufzte Johann Muck, »auch die Welt steht mir offen, aber ich weiß doch nicht aus, nicht ein.« Und er warf sich am Waldrand nieder, halbtot vor Müdigkeit. Zwei Tage war er unterwegs gewesen, ohne nur einen Wanderstab zu haben. Nun hob er einen gebrochenen Ast auf und begann ihn zuzuschnitzen, wobei er nicht aufhörte zu seufzen.