Dieser war ein wetterfester Landwirt. Kleine Ohren, dicker Hals, geschorener Kopf, mächtiger Bart – eine joviale Erscheinung.

»Grüß dich Gott! Das ist schön, daß du kommst! Das will ich dir hoch anrechnen. Ich weiß, du bringst ein Opfer!«

»Unsinn!« schnarrte der Offizier. »Manöver waren anstrengend heuer, bin froh, bei dir auszulenzen.«

»Es soll dich nicht gereuen!« rief jener verheißungsvoll.

Der Kutscher besorgte das Gepäck. Nackte Kniee, Gemsbart am Hut waren seine Livree. Man bestieg das Steirerwägelchen.

»Vorwärts, Loisl!« befahl sein Herr. »Wir fahren in unseren Graben.« Thaleinwärts lag sein kleines Gut, das er vor Jahr und Tag gekauft, sein Bruder aber nun erst betreten sollte. Es war ein Prachttag, der da zur Neige ging. Ein glühender Himmel lag über dem herbstlichen Thal. Bunte Bäume, wehendes Laub und hoch droben der Wald – dem Auge bot sich eine schöne Landschaft in ihrem schönsten Moment.

Doch Rudolf schien das Gespann mehr zu interessieren.

»Diese kleinen, gedrungenen Gebirgspferde! Das sind Haflinger, nicht wahr?«

»Freilich! Die Kerle klettern wie Gemsen, laufen wie Hunde und sind genügsam wie Esel.«

Bei jeder Biegung wechselte das Bild, eines folgte dem anderen, eines schöner wie das andere.