»Schau den lichten Riesen dort,« sagte der Gutsherr, »das ist der Hochschwab.«

»So, so!« Das war der ganze Enthusiasmus des jungen Offiziers, doch um so lebhafter erkundigte er sich: »Hast du Nachbarschaft? Junge Damen? Verkehrst du viel? Oder hausest du nur mit deinen Hirschen?«

»Wir haben reizende Almerinnen,« lautete die Auskunft, »in der Regel zwischen vierzig und sechzig und appetitlich wie das Alpenvieh.«

Rudolf dankte schönstens.

»Mit Eroberungen schaut es also schlecht aus,« meinte er.

»Ach was!« tröstete der Bruder. »Schau dich lieber um!«

Doch Berge, Fabriken, Köhlereien, Bach und Mühlen existierten nun einmal nicht für den Offizier.

»Wenig guter Wald,« bemerkte er.

»Leider Gottes!« seufzte der Gutsherr. »Aber die Bauern wirtschaften nicht anders, bis der letzte Baum weg ist. Bei mir schaut es schon besser aus. Ich lass' den Wald schön anwachsen und habe meine Freude dran, und das Wild hat seinen Einstand.«

»Apropos,« unterbrach ihn Rudolf, »hast du einen guten Tropfen im Keller?«