»Um zwei Uhr müssen wir aufbrechen,« sagte Pachmayer.
»Oho! Erlauben Sie –!« fuhr Rudolf auf.
Doch der Hausherr war gleich dabei. Die Sterne blickten zum Fenster herein. Es war eine leuchtende Nacht. Der Mond schien wie eine bleiche Sonne.
»Das ist eine Idee, Pachmayer!« rief er. »Solche Nächte giebt's nicht alle Tage!«
»Nein, nein, was fällt dir ein?« protestierte Rudolf. »Warum nicht gar! Wenn ich um elf Uhr schlafen geh', weckt mich keine Kanone auf um zwei.«
»So gehen wir gar nicht schlafen!« rief der Jagdherr entschlossen. »Es wird nicht das erstemal sein, daß du eine Nacht dem Vergnügen opferst. Treffen Sie Anstalten, Pachmayer!«
Die Hunde auf den Dielen waren eingeschlafen. Bergmann stieß abgehackte Laute aus im Traum. Die Brüder saßen bei einer Flasche Wein. Seine kurze Pfeife schmauchend, erzählte der Jagdherr von Wald und Wild. Jede Pürsch war für ihn ein neues Abenteuer, jeder Schuß eine schöne Erinnerung. Waldluft schien plötzlich die Stube zu erfüllen.
Doch der Offizier kannte dieses Parfüm noch nicht. »Nun, ich bin neugierig, ich bin neugierig,« murmelte er ohne allzugroße Erwartungen.
»Du wirst schon sehen,« meinte der andere. »Ich weiß nicht, ob du Sinn für so 'was hast,« bemerkte er auch mitunter, indem er manches lustige Jägerstücklein zum besten gab. Wie sich der Fuchs im Eisen fing, der Rehbock auf den Ruf sprang, der Marder in die Holzfalle ging, fremde jagende Hunde in das jenseitige Jagdgefild befördert wurden – und so fort.