Was gingen sie die guten Leute an, die auf der Straße hinter ihr her zischelten und die Köpfe wendeten ... die Spießbürger! – –
Jetzt läutete es draußen.
Sie ging selbst hinaus, denn sie wußte, es war Hanni Cöldt, die sie sich zum Nachmittag eingeladen hatte. Das Fräulein brachte sie und ging gleich wieder.
Das kleine Mädchen kam sicher herein und besah Christianens Zimmer. Die Bücher, die Möbel, die Bilder. Alles etwas von weitem, ohne das ernsthafte Interesse näher zu treten, alles mit dem gleichen kühlen und verborgen spöttischen Blick.
Erst mußte sie mit der Tante Kaffee trinken. Dann – was tat man mit diesem Kind? Christiane hatte sich Bücher herausgesucht, mit dem unwillkürlichen Trieb des Kulturmenschen strebte sie danach, des Kindes Verhältnis zum Gedruckten festzustellen. Hanni sah über Blätter und Bilder, über Geschichten und Märchen.
»Märchen –!« Ein geringschätziges Lächeln flog über ihr klares, kaltes Gesicht.
»Die magst du nicht? Hat dir keiner welche erzählt?«
»O, ja, die verschiedenen Fräuleins. Wenn ich nicht still war, bekam ich immer ein Märchen zu hören.«
»Und das gefiel dir nicht?«