Das Kind horchte auf.
Sie gingen die Treppe hinunter und durch die Hintertür hinaus. Jetzt schloß Christiane eine eiserne Pforte auf, an der schon manches Kind in den Jahren sehnsüchtig und neugierig gestanden hatte. Dahinter rauschte es. Da waren grüne Wipfel.
Christiane dachte flüchtig daran, daß sie als junges Ding auch einmal vor der verschlossenen Pforte gestanden hatte.
Nun war ihr das, was dahinter war, längst vertraut. Schöne, alte Bäume, die mit ihren Ästen am Boden schleiften, Rasenflächen, hinten ein Tempelchen aus Birkenstämmen – uralt. An der Seite störten ein paar Obstbäume, die der vorige Direktor gepflanzt hatte, längs der Wand hatte er Bienenstöcke gehabt und daneben Kohl gepflanzt. Jetzt waren diese Spuren, so gut es ging, vertilgt. Hoch und grau standen die Mauern um das Parkstückchen.
Mein Klostergarten, dachte Christiane.
Sie führte das Kind zum Tempelchen. An die Innenwand war mit ziemlich grellen und anscheinend unvergänglichen Farben das blaue Griechenmeer gemalt, auf dem Odysseus segelte.
Hanni guckte.
»Ist das auch ein Märchen?« fragte sie.
Christiane erzählte. Sie dachte, vielleicht wirkt das Starke besser auf das Kind. Seine Phantasie muß vielleicht kräftiger geschüttelt werden.
Sie erzählte das Abenteuer mit Polyphem.