»Ja, ja,« sagte sie elegisch. Sie hielt es für angebracht, auch einmal wieder streng zu sein.

Aber er hörte nicht darauf.

Jetzt sei ja das Eis gebrochen.

Und deshalb müßte sie heute Rosen haben, drüben in der Stadtgärtnerei am anderen Ufer müßte es noch welche geben. Ob sie mitkommen wolle? Der Weg sei nur kurz und sehr schön – –

Sie ging mit ihm, unbefangen, sehr damenhaft. Der Hund raschelte hinter ihnen her. Sie dachte, daß wohl die Stellung der behüteten Haustöchter angenehmer, aber doch weniger poetisch sei, als die eines einsamen, sich selbst das Brot verdienenden Mädchens, dem endlich das Glück lächele. Sie sah ja, wie verliebt er war.

Und nun waren sie an der Gärtnerei. Sie wartete draußen. Nach ein paar Minuten kam er wieder, einen Strauß Rosen in der Hand, wie sie ihn schon lange nicht mehr beisammen gesehen hatte, rote, purpurrote, weiße und zartgelbe.

»Der letzte Sommer,« sagte er, »dem ewigen Lenz.«

Es war sehr poetisch.

Sie drückte das Gesicht in die Blumen, schon, weil sie wußte, wie gut es ihr stand. Mehrfach war sie so photographiert worden.

Es war still. Die Hecke deckte sie wieder. Da flüsterte er: »Mai, liebliche Mai – nun kommen wir nicht mehr auseinander, nicht wahr –?«