Sie hielt das Gesicht noch immer in den Rosen.

»Mai –« bettelte er.

Sie murmelte zag: »So kann ich Sie nicht mehr treffen,« und horchte scharf auf das, was er sagen würde.

»Nein,« sprach er, »so – nicht.«

Er schien nachzusinnen.

»Aber es gäbe doch noch vielleicht einen Weg für uns beide –«

Ihr Herz schlug hart auf. Blitzschnell durchmaß ihr Hirn noch einmal alle Hindernisse ihrer Verlobungen – hier war keiner vorhanden! Der Assessor war ganz unabhängig.

Er machte ein paar Schritte und sah sie nicht an.

»Fräulein Mai,« sagte er in resigniertem Tone, »man weiß ja, wie die guten Markburger sind. Deshalb erlaube ich mir vorzuschlagen – – jetzt kommt der Winter, und ich bin oft in der Provinzialhauptstadt in der Oper – Musiknarr, der ich nun einmal bin – da möchte ich also gehorsamst vorschlagen – begegnen wir uns – dort. Bitte, bitte, denken Sie einmal darüber nach. Da fiele so manches fort, das uns hier beengen würde. Zusammen können wir da so viel Poesie genießen, wie wir wollen – – auch der Winter und die Großstadt sind poetisch ...« Er bückte sich plötzlich und faßte mit seinem Handschuh ein Zweiglein harter, weißer Beeren. »Wie zart das ist, nicht wahr?« fragte er fast flötend, »so entzückend zart – liebes Fräulein Mai – Herzkönigin –«

Er stockte.