Sie warf ihm die Rosen vor die Füße. Rote, purpurrote, weiße, gelbe Rosen.

»Nein, danke sehr, Herr von Wratislawski.«

Sie wandte sich um und ging.

Ging sehr rasch und sehr anmutig und sehr stolz. Sie wußte, daß man das alles merkte, wußte, daß er ihr verdutzt nachstarrte, und noch ging ihr Blut in gewaltiger Erwartung: kam er jetzt nicht doch –? Stürzte er ihr nicht voller Reue nach – –?

Sie ging und ging. Die Blätter raschelten rechts und raschelten links. Es waren lauter Goldstreifen.

Aber er kam nicht. Er holte sie nicht ein. –

Wütend trat sie aus dem Park heraus.

Es war ja nicht das erste Mal. Schlingen um Schlingen waren ihr in den Jahren um die Füße geworfen worden – sie hatte sich in keiner verfangen.

Nur weil sie arbeitete und ihr Brot selber verdiente, glaubte man in dieser Stadt, wo die Töchter ihr Leben nur mit Tennisspielen und ›Kränzchen‹ ausfüllten, sie müßte zu haben sein!

Der Schuft!