Ludwig kam herein. Er und Christiane sahen sich an. Sie fühlte, daß seine Hoffnung bei ihr stand.

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Es war noch das alte Posen mit dem dumpfen Gassengedräng, den mächtigen Wällen und den polnischen Dörfern dicht vor den Toren.

Es war urfremdes Land.

Fremd war das kleine, dunkle Volk, die vielen Kirchen und Kleriker, die langen Leichenzüge und der geniale Schmutz. Von der Warthe her kroch der Typhus, von den Dörfern her die Granulose.

Was deutsch war, saß lose obenauf, ging und kam und hatte wenig Freude an der gewagten Existenz.

Nach dem internationalen Gewäsch in der Schweiz war Christianens Blick für einfachere Konflikte offen. Sie hatte Freude an der ungeheuren Spannung, die zu ihr herüberwehte.

Ludwig von Cöldts Chef gehörte noch zur alten Schule, die mit den Polen tafelte. Um ihn herum aber raunte es. Eine deutsche Zeitung, die bisher in politisch gleichgültigem Fahrwasser geplätschert war, hatte sich auf einmal rätselhaft einer anderen Richtung verschrieben und schoß Pfeil auf Pfeil auf den ziemlich wehrlosen alten Herrn. Im polnischen Lager summte Unruhe auf, der heimliche Konflikt wurde bloß. Der Deutsche wehrte sich plötzlich gegen seine geduldete Existenz in diesem Lande, das von seinen Kräften fraß und stark wurde. Der Pole verteidigte seinen uralten Boden.

Der Kampf war da.

Den Anfang dieser Zeit erlebte Christiane Dorreyter in Posen.