Um zwei Uhr erschien Christiane mit ihrer Mutter, wie sonntäglich üblich, zu Tische und blieb hernach bis zum Abend.
Ludwig erzählte von dem Besuch.
»Er war bei mir,« sagte Christiane ohne Aufregung, aber mit einem seltsam konzentrierten Blick, »allzu gewaltig können seine Reformideen nicht sein, da er beim Provinzialschulkollegium so in Gunst steht.«
»Und du wirst ihm wohl nicht mehr Einfluß gönnen, als ihm gebührt?«
Sie sah ihn ruhig an.
»Er bekommt den Raum, der ihm gehört. Nicht einen Zoll mehr.«
Er merkte, daß ihr Gesicht in seinen Linien schärfer und härter geworden war.
Sie begaben sich in Ludwigs Zimmer, die Mutter blieb bei Hardi im Salon. Dort redeten sie vom Verein. Hanni saß gleichmütig und kaltblütig dabei und häkelte.
Frau Dorreyter hatte nie eine Ahnung von dem gehabt, was Christiane und Ludwig verbunden hatte. Hardi hatte niemals etwas angedeutet und verriet auch jetzt nichts, obwohl sie den beiden merkwürdig nachgeschaut hatte.
Christiane ging drinnen an einen Tisch, auf dem neue Bücher lagen. »Hier,« sagte Ludwig und hielt ihr einen Band hin.