Es war dann, als ob lichte Wolken zogen, der Rasen grünte, und die Amseln schrieen.
Und es kam so: während man so sang und spielte und probte, zerfiel der Schnee, und es wurde viel schneller Frühling, als man es nach diesem sibirischen Winter erwartet hatte. Viel schneller zog es blau hinter den Bäumen auf, liefen die Wasser ab und pfiffen die Amseln vom Giebel des Griechentempels.
Und dann kam der Tag.
Morgens, beim Ankleiden, dachte Christiane: ich kann begreifen, daß Sophie Reutter an einem solchen Tage Schluß machte. Der treibt ja dazu. Der Frühling hat tausend Fäuste gegen den, der ihm widerstrebt. Seinen ungeheuren blauen Schild deckt er über alles, was nicht mit ihm leben kann.
Wie das funkelt.
Herein in den Saal oder – heraus!
Sie erschauerte: was denke ich?
Der Garten war ganz trocken, ganz grün, voller Sonne. Die Linden waren noch hochmütig kahl, aber lebendig waren sie auch. Alles, alles war lebendig.
Das Griechenbild verschwand fast dahinter.
Christiane dachte: mit einem Siebenmeilensprung bin ich über die Felder des Lebens hinweggekommen, auf denen die Frauen am längsten und zärtlichsten stehen und auf denen sie ihre Blumen pflücken. Weit, weit unter mir hat es unsicher geleuchtet. Ich dachte nicht daran. Ich durfte nicht.