»Weißt du auch, Christiane, warum dieser Kraneis jetzt so unheimlich westdeutsch wird? An Mainz knüpfen sich jetzt seine größten Hoffnungen.«

Sie schaute ihn an. »Er will sich dort eine feste Zukunft gründen, denke ich.«

»Und zwar recht fest. Bürgerlich fest. Haus und Herd.«

Jetzt stutzte sie. Dann hatte auch sie begriffen.

Als Kraneis dann erschien, bekam er den Führer durch Mainz nicht zu sehen.

Er sprach aber nur von dieser Stadt. Ein dortiger Freund hatte ihm unter der Hand Nachricht gegeben, daß seine Sache sehr günstig stünde.

Christiane fragte nach diesem Freunde, und seine Miene wurde etwas verlegen.

»Er ist in der Stadtverwaltung. Freilich nichts Besonderes. Hat sich so durchdrücken müssen.« Er zögerte eine Sekunde. »Wir waren Nachbarskinder in Neustadt.«

Christiane sah den jungen Mann an. Handwerkerssohn, dachte sie. Nicht, daß sie ihn deshalb verachtet hätte, aber irgend etwas an ihm störte sie. Vielleicht die Hände, die Bewegungen überhaupt. Oder die Sprache. Wahrscheinlich die Sprache.

In Mainz hatte auch die Frau von Rhane einige Zeit gelebt, nach ihrem Glanz als Witwe. Ihr Mann war bei einem Schlaganfall vom Pferd gestürzt und gestorben. Die Witwe hatte Bittbrief auf Bittbrief um eine Gnadenpension geschrieben. Dann war sie gestorben. Ohne Gnadenpension.