Sie sah einen ganz anderen Mann als den, den sie damals nach zehn Jahren wiedergesehen hatte, so hatten ihn die zehn Wochen verwandelt. Und sie hatte es gewußt und erwartet. Sie fühlte, in den zehn Wochen lagen für ihn Erinnerungen, an die ihre ganze ehemalige Liebe nicht reichte, in denen sie für immer untergegangen war.
Das große, halb unbewußte Opfer der zarten Frau hatte alles fremde Feuer für immer gelöscht und verzehrt.
»Du gehst nun fort?« fragte sie.
»Ja, ich habe Urlaub,« sagte er monoton. »Hanni geht mit.«
Sie entdeckte im Hintergrunde auf einmal das Kind, etwas scheu, beklommen. Über den rohen Egoismus dieses verwöhnten Geschöpfes schien es doch mit einiger Wucht gefahren zu sein.
Er nahm die Kleine in die Höhe und legte sein Gesicht an das ihre. »Du –« murmelte er.
Christiane merkte, daß er Hardis Kind wieder liebte.
Nebenan weinte die Mutter.
Draußen verging der Sommertag.
Christiane trat mit Ludwig vors Haus. Er hatte Hanni jetzt an der Hand.